Protokoll 2005

Besuch der Ritterstiftskirche St. Peter, Bad Wimpfen
am Donnerstag, 31. März 2005

Wir (Günter Wangerin und ich) treffen nach mehreren Versuchen, mit Herrn Dr. Kotzur einen Termin zu bekommen, um 11.15 Uhr Herrn Weihbischof Dr. Franziskus Eisenbach und Frau Dr. Gertrud Fels, Konservatorin am Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Mainz vor dem Eingang der Ritterstiftskirche in Bad Wimpfen.

Frau Dr. Fels verhält sich sehr distanziert und erklärt uns, dass niemand , aber auch wirklich niemand gewusst habe von der „Judensau“ an St. Peter. Es komme dort auch niemand hin, weder Besuchergruppen noch Kirchgänger oder Konzertbesucher.

Erst durch unsere Briefe habe man erfahren, worum es sich bei dieser Skulptur handle.

Auf unseren Hinweis, dass die "Wimpfener Sau" sowohl bei Isaiah Shachar als auch bei anderen Autoren beschrieben sei, betont sie nochmals, unterstützt von Weihbischof Eisenbach, dass wirklich niemand davon gewusst habe. Man habe die Skulptur für eines der üblichen Ungeheuer gehalten.

Meiner Feststellung, dass die Skulptur ziemlich neu sei, widerspricht Frau Dr. Fels; die Skulptur sei schon vor mindestens zehn Jahren neu in Sandstein gehauen worden. Aber auch da habe niemand von der Bedeutung der Skulptur gewusst. Man habe das für irgendein Ungeheuer gehalten.

Auf meine Frage, wo denn das Original sei, erklärt Frau Dr. Fels, das sei im Museum.
Im Diözesanmuseum?
Nein, im Reichsstädtischen Museum in Bad Wimpfen.
Ob es dort ausgestellt und beschriftet sei?
Das wisse sie nicht. Sowohl Weihbischof Dr. Eisenbach als auch Frau Dr. Fels bekunden, sie hätten das Original im Museum nie gesehen.

Im Museum der Stadt Wimpfen entdecken wir eine Stunde später das etwas verwitterte Original der „Judensau“-Skulptur in einem kleinen Raum, in dem die Geschichte der Juden in Wimpfen dargestellt und beschrieben ist. Die am Boden stehende Sau ist exakt beschrieben als „sog. Judensau von der Ritterstiftskirche“.

In keinem Domführer ist die Skulptur erwähnt.

Der in der Dombuchhandlung anwesende Benediktiner-Pater antwortet auf unsere diesbezüglichen Fragen sehr unwirsch und fragt uns barsch nach unseren Namen.


Wolfram P. Kastner