Tafel

Drei Reliefs am Tor der Cadolzburg

Am äußeren Tor der Cadolzburg weisen drei Reliefs demonstrativ auf die Herren der Burg und ihre Einstellung hin.

Die beiden Ehewappen über dem Torbogen stehen für Friedrich I. von Hohenzollern, Markgraf von Brandenburg und Burggraf von Nürnberg (1417 - 1440), und seine Gemahlin Elisabeth von Bayern-Landshut (links), sowie für den Sohn Johann "der Alchimist" und seine Gemahlin Barbara von Sachsen-Wittenberg (rechts).

Das Relief links neben dem Tor zeigt ein Spottbild auf die Juden, eine sogenannte "Judensau".

Zum Zeitpunkt der Anbringung dieser Reliefs war die Cadolzburg Residenz des Markgrafen Friedrich 1. und Zentrum des Burggraftums Nürnberg. Den Wappen zufolge dürfte das Tor zwischen 1417 und 1437 neu errichtet worden sein.

In der bildlichen Darstellung werden Juden (an ihrer Kleidung erkennbar) gezwungen, an den Zitzen einer Sau zu saugen. Damit wurden die Juden verhöhnt, denn das Schwein ist nach dem mosaischen Gesetz ein unreines Tier.

Am Tor des Fürstensitzes sollte die Judensau die judenfeindliche Politik der Burggrafen kundtun. Sie ist Dokument einer diffamierenden Haltung!

Juden mussten damals vor allem als Geldhändler und Verleiher tätig sein, da ihnen andere Berufe verschlossen waren. Von ihrer christlichen Kundschaft wurden sie sozial deklassiert. Sie standen außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft. Die Ansiedlung war nur mit Schutzbriefen der Obrigkeit möglich.

Dieser Text wird vom Bayerischen Finanzministerium verantwortet und nach mehreren Aufforderungen zu Veränderungen so auf einer Plexiglastafel auf einer Steinbrüstung in der Nähe des „Judensau“-Reliefs 2005 angebracht.