Kritik am Text der Tafel

Die Tafel wurde nach unserer Aktion (2003) und einem langwierigen Prozess im April 2004 auf Anweisung des Bayerischen Finanzministers Prof. Dr. Kurt Faltlhauser angebracht.

Falsch ist die Berufsangabe „vor allem als Geldhändler und Verleiher“. Das erweckt den Eindruck, als solle damit um Verständnis für die Diffamierung geworben werden. Was soll der Satz „Sie ist Dokument ...“ Wofür wird damit heute um Verständnis geworben? Mit dem Relief sollte nicht eine judenfeindliche Politik der Burggrafen kundgetan werden, sondern es wurden Menschen verächtlich gemacht und Tieren gleichgestellt, die man auch töten darf . Auch in Cadolzburg bestand im 14. Jahrhundert keine bürgerliche sondern eine feudale christlich orientierte Gesellschaft. Drei mal wird das Wort "Judensau" benutzt, einmal sogar ohne Anführungszeichen.

Der Text enthält keine eindeutige Distanzierung aus heutiger Sicht noch Worte des Bedauerns oder ein Bekenntnis zur (verfassungsgemäßen) Akzeptanz aller Menschen, unabhängig von Herkunft, Beruf oder Religion.

Der Text ist an vielen Stellen unpräzise, enthält Abschweifungen, Wiederholungen und ist voll Wortballast. Z.B. im ersten Satz: hinweisen ist immer „demonstrativ“.

Der Text muss dringend überarbeitet und sollte auch ins Englische übertragen werden, da - z.B. zu den international besetzten Konzerten in der Burg - Besucher aus aller Welt kommen.